Ein Labor für Nachwuchsforscher in Kuchl

Kuchl, 25.03.2015

Naturwissenschaft im Kindergarten? Dass das kein Ding der Unmöglichkeit ist, beweist seit einigen Jahren das Projekt "Spürnasenecke". Durch kindgerechte Experimente in einem speziell eingerichteten Labor soll die natürliche Neugier der Kleinsten gefördert werden. 23 Salzburger Kindergärten sind bereits ausgestattet, diese Woche kommt Kuchl dazu. Großzügige finanzielle Unterstützung kommt von der Firma UNTHA shredding technology.

Kinder sind von Natur aus Forscher. Sie interessieren sich für die Welt, die sie umgibt. Dabei stoßen sie auf manches vermeintliche Wunder: Was geschieht zum Beispiel mit Salz, wenn man es in Wasser auflöst? Verschwindet es? Es wäre gar nicht erstaunlich, wenn Kinder aus Kuchl derlei Fragen demnächst ihren Eltern beantworten. Sie bekommen im Kindergarten nämlich eine sogenannte Spürnasenecke. In diesem kleinen Labor machen sie ein Experiment, das mehr als tausend Worte sagt: gesalzenes Wasser wird verdampft. Angesichts des zurückbleibenden Salzranfterls wird dann klar, dass sich das Salz keineswegs in Nichts aufgelöst hat.

Das Projekt Spürnasenecke erfreut sich im Raum Salzburg bereits seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Der Kindergarten Kuchl ist bereits der 24. Standort, der an der erfolgreichen Initiative teilnimmt. Leiterin Ingrid Ramsauer freut sich, dass es nun auch bei ihr dieses umfangreiche naturwissenschaftliche Bildungsangebot gibt. Besonders angetan ist sie von der Tatsache, dass die Spürnasenecke „alle Sinne anspricht“. Dabei gibt es aber nicht nur bei den Experimenten selbst viel zu erleben. Wenn die Kleinen in ihre Labormäntel schlüpfen und sich Schutzbrillen aufsetzen, fühlen sie sich auch gleich wie richtige Wissenschaftler.

Ein liebevoll gestaltetes Handbuch versammelt 74 Experimente, etwa zu Magnetismus, Elektrostatik oder Aggregatszuständen. Die Versuche sind so konzipiert, dass sie an den Alltag und die unmittelbare Umgebung der Kinder anknüpfen. So lernen die Kleinen etwa, wie Speiseeis ohne Gefrierschrank hergestellt werden kann oder warum Germ den Teig luftig macht. Viele Experimente beruhen auf Naturbeobachtung. Nachhaltiges Denken wird gefördert, wenn die Kleinen ihren eigenen Windgenerator oder eine kleine Solarwasserheizung bauen.

Ein Ziel der Spürnasenecke ist es, Vorurteile abzubauen. So sollen etwa Physik und Chemie langfristig von ihrem schlechten Ruf als besonders schwere Fächer befreit werden. Die Kleinen sollen ungezwungen an die Naturwissenschaft herangeführt werden. Die kindliche Neugierde sei eine unschätzbare Ressource, die man rechtzeitig fördern und pflegen müsse, erklärt AHS-Lehrerin Bernadette Unger, die das Projekt gemeinsam mit ihrem Kollegen Konrad Steiner und dem pensionierten Chemiker Gunther Seidl betreibt.

Sämtliche Materialien wie Mikroskope, Pipetten oder Labormäntelchen werden dem Kindergarten Kuchl zur Verfügung gestellt, die Pädagoginnen erhalten eine spezielle Fortbildung. Zudem wird der Kindergarten mit einem multifunktionalen Spezialmöbel ausgestattet. Das Besondere: Dieses „Highlight“ jeder Spürnasenecke wurde nebenan am FH-Studiengang Holztechnik in Kuchl entwickelt.

Die Kosten für das Möbel übernahm die Gemeinde, das umfangreiche Spürnasenpaket finanzierte die in Kuchl ansässige, auf Zerkleinerungstechnologien spezialisierte Firma UNTHA shredding technology. Alois Kitzberger, Geschäftsführer von UNTHA, liegt die Nachwuchsförderung aus einem bestimmten Grund am Herzen: „Als innovatives Kuchler Unternehmen ist es uns ein besonderes Anliegen, bereits bei den Jüngsten den Forschergeist zu wecken. Die neugierigen Spürnasen von heute sind die leidenschaftlichen Mitarbeiter von morgen.“


Pressemitteilung downloaden