Brandschutz: Vorbeugen ist besser als Löschen

Kuchl, 29.08.2016

Kürzlich wurde in Recycling Today ein Artikel von Peter Streinik, Leiter des Geschäftsfelds Müll bei UNTHA, veröffentlicht. Er war gebeten worden, die Brennbarkeit von Stoffen zu beurteilen, die typischer Weise bei der Energiegewinnung aus Abfall eingesetzt werden, und auf die Brandrisiken einzugehen, die sich dadurch für Produktionsanlagen für Ersatzbrennstoffe ergeben. Er beschreibt, wie diese Risiken unter Kontrolle gehalten werden können und wie man einen potenziell verheerenden Brand verhindert.

„Man darf die Brand- bzw. Explosionsgefahr bei der Energiegewinnung aus Abfall nicht unterschätzen. Eine in Österreich häufig zitierte Statistik besagt zum Beispiel, dass eine von fünf Müllanlagen während ihres Lebenszyklus einmal in Brand gerät.“

Maßgeschneiderte technische Speziallösungen werden also immer wichtiger. Und man muss sich mehr darauf konzentrieren Brände zu vermeiden, bevor sie überhaupt ausbrechen.

Was können Hersteller von Zerkleinerern also tun? Kann man Müllverarbeitungstechnologien so gestalten, dass sie einen Brand „bekämpfen“ können?

Ja. An der richtigen Stelle positionierte UV-, Infrarot-, Hitze- und Funkenmelder auf dem Einfülltrichter und dem Austragförderband können zum Beispiel erste Anzeichen eines Feuers sofort erkennen. Kommt es zu einem starken Temperaturanstieg, können Löschdüsen, die strategisch an derselben Stelle wie die Sensoren platziert sind, automatisch eine kontrollierte Menge Wasser auf den betreffenden Bereich sprühen. Wenn das Risiko also im Inneren des Shredders besteht, kann das Material gekühlt bzw. das Feuer gelöscht werden, bevor das Material aus der Maschine kommt. Liegt das Problem im Bereich des Förderbandes, verhindern die Düsen, dass heißglühende Fraktionen zum ausgetragenen Endmaterial gelangen, wo sich ein Feuer ausbreiten könnte. Es gibt auch Systeme, bei denen ein Alarm ausgelöst wird, damit ein Mitarbeiter manuell löschen bzw. die Feuerwehr benachrichtigen kann.

Bei Explosionen sieht es etwas anders aus. Explosionen können durch Fremdobjekte ausgelöst werden, wie z.B. eine Spraydose, die aufgrund von Hitze oder Kompression explodiert, oder durch einen kleinen elektrischen Funken, der mit einer großen Staubmenge reagiert. Um das zu vermeiden, senken verantwortungsvollere Gerätehersteller das Risiko schon bei der Auslegung der Maschinen. Bei einigen EBS Shreddern wird zum Beispiel die Rotordrehzahl gesenkt, ohne dass dabei der Durchsatz verringert wird. Dadurch erzeugen sie weniger Staub und die niedrigere Geschwindigkeit beim Austritt senkt die Funkengefahr. Es können auch explosionsgeschützte Atex-Motoren und Elektronik eingebaut werden.

Natürlich kann nicht jedes Brandrisiko durch entsprechende Maßnahmen am Shredder vermieden werden. Oft ist die Lagerung leicht brennbarer, gemischter Abfallstoffe die Ursache; weshalb auch Sprinklersysteme für Lagerhalden sinnvoll sind. Darüber hinaus sollte das ganze Areal immer verlässlich von Staub und Abfall gereinigt werden, um so die Wahrscheinlichkeit eines Brandes zu verringern.

Mit all ihrer technischen Erfahrung müssen Anlagenhersteller auf jeden Fall ihren Beitrag leisten, um die Brandgefahr zu senken.


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